| Datum des Berichts: |
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31.12.2009 |
| Berichtnummer: |
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41 |
| Autor: |
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Dr. Markus Zehringer |
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| Wildbeeren / Radioaktivität |
(Download als PDF) |
| Anzahl untersuchte Proben: 16 | beanstandet: 3 | | Beanstandungsgründe: | 90Sr (3) |
Ausgangslage Die Heidelbeeren (Blaubeeren, Vaccinium myrtillus) gehören zu den Heidekrautgewächsen. Die Pflanzengattung umfasst nebst den Heidelbeeren Preisel-, Moos- und Rauschbeeren. Sie wachsen auf nährstoffarmen, sauren Böden. In Europa stammen Heidelbeeren vorwiegend aus Skandinavien, der Ukraine, Polen, Weissrussland, aus dem Baltikum, Serbien und Bulgarien. Aus früheren Messungen ist bekannt, dass Heidelbeeren Radionuklide des Cäsium und Strontium anreichern können. Als Folge des Reaktorunfalls in Tschernobyl muss die Bedenkenlosigkeit von Importware aus Ländern wie der Ukraine, Weissrussland und anderer Ostländer mit einem Radioaktivitätszertifikat bescheinigt werden. Untersuchungsziele Es sollte die Belastung von Heidelbeeren aus Osteuropa mit radioaktivem Cäsium (Radiocäsium) und Strontium (Radiostrontium) stichprobenmässig überprüft werden. Gesetzliche Grundlagen In der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV) sind in der Liste 6 Höchstkonzentrationen (Toleranz- und Grenzwerte) für Radionuklide festgelegt. | Parameter | Beurteilung | | Cäsiumisotope (134Cs + 137Cs) | 100 Bq/kg (Toleranzwert) | | Strontiumisotope (insb. 90Sr) | 1 Bq/kg (Toleranzwert) |
Probenbeschreibung | Herkunft | Anzahl Proben | | Polen | 11 | | Ungarn | 2 | | Kanada, Russland, Ukraine | 1 | | Total | 16 |
Prüfverfahren Für die gammaspektrometrische Untersuchung der Heidelbeeren wurden die Proben homogenisiert. Die Proben wurden dann unter kalibrierten, geometrischen Bedingungen mit dem Gammaspektrometer ausgezählt. Ergebnisse und Massnahmen - Zwei Heidelbeerproben aus Polen wiesen erhöhte Radiocäsiumgehalten von 66 bzw. 75 Bq/kg auf, wobei der Mittelwert aller Proben bei 29 Bq/kg lag. Der Toleranzwert war in allen Fällen eingehalten.
- Bei Radiostrontium wiesen drei von 13 untersuchten Heidelbeerproben Aktivitäten über dem Toleranzwert von 1 Bq/kg auf (zweimal 2.2 und 3.7 Bq/kg). Da es sich um Privatproben handelte wurde die betroffene Firma sowie das betreffende Kantonale Labor lediglich informiert jedoch keine Beanstandung ausgeprochen.

- Untersucht wurde auch, in welchem Masse die Cäsiumaktivitäten mit den Strontiumaktivitäten korrelieren. Dies im Hinblick auf eine mögliche Triagierung der Proben. Die relativ zeitaufwändige Radiostrontiumanalytik wird nur bei Proben mit relevantem Radiostrontiumgehalt durchgeführt. Wie die nachfolgende Auswertung zeigt besteht lediglich eine schwache Korrelation zwischen den Aktivitäten der beiden Radionuklide. endenziell weisen Heidelbeeren mit erhöhtem Radiocäsiumgehalt auch eine erhöhte Strontiumaktivität auf.

Schlussfolgerungen Zur Verbesserung der Datengrundlage ist eine Intensivierung der Untersuchung von Wildbeeren angezeigt.
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