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Datum des Berichts:   31.12.2009
Berichtnummer:   37
Autor:   Dr. Markus Zehringer

Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände / Asbest

(Download als PDF)

Anzahl untersuchte Proben: 57            Asbestpositiv: 28

Ausgangslage
In den letzten Jahren hat sich immer mehr gezeigt, dass sich die Asbestproblematik vom öffentlichen auf den privaten Bereich verlagert. Es geht also vermehrt darum, Asbestaltlasten in den eigenen vier Wänden zu erkennen und damit umgehen zu können. Folgende Produkte können asbesthaltig sein, wenn sie vor 1990 hergestellt wur-den: Leichtbauplatten in Heizräumen und hinter Elektroinstallationen, Asbestkarton unter Fensterbrettern, PCV-Bodenbeläge ("Novilon", Rohrisolationen, Akustikplatten und Rohrverkleidungen. Asbest-haltige Produkte stellen dann ein Problem dar, wenn sie mechanisch bearbeitet und dadurch Asbestfasern freigesetzt werden können. Das Kantonale Labor bietet deshalb eine kostengünstige, schnelle Analyse und Beratung für die betroffenen Privatpersonen an, welche im Kanton Basel-Stadt wohnen. Asbestkarton unter Elektroinstallation Zusätzlich führen wir im Auftrag des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt Kontrollen von Räumlichkeiten für die Tagesbetreuung (Tagesheime) durch.

Richtwert und gesetzliche Grundlagen
Vom Bundesamt für Gesundheit werden für Wohnräume Werte unter 1'000 Fasern/m3 Luft empfohlen. Auf kantonaler Ebene besteht eine Vereinbarung zwischen dem Bauinspektorat und dem Kantonalen Laboratorium bezüglich Vollzug der Asbestproblematik im Privatbereich. Gestützt auf die Lufthygieneverordnung (LHV, § 1 Abs. 3) können von uns die erforderlichen Sofortmassnahmen (u. a. Messungen, Baustopp) vor Ort getroffen werden. Die formelle Verfügung sowie allfällige weitere Massnahmen (u. a. Sanierung, Zwangsräumung) werden durch das Bauinspektorat veranlasst.

Prüfverfahren
Die Bau- und Einrichtungsmaterialien werden optisch begutachtet und bei Asbestverdacht zusätzlich mikroskopisch untersucht.

Ergebnisse

Material                                    Anzahl beurteilte Proben        Anzahl Proben mit Asbest 
Bodenbeläge
Isolationen 
Faserzement (Eternit) 
Diverse Materialien

19
18
9
11

12
6
8
2

Total 

57

28


Die Hälfte der untersuchten Materialien war asbesthaltig. Der grösste Teil der Proben (85 %) stammte von Privatpersonen, der Rest von den inspizierten Tagesheimen. Im Berichtsjahr wurden 19 Tagesheime auf Asbest untersucht. Dabei wurde lediglich in vier Tagesheimen asbesthaltiges Material entdeckt. Es handelte sich dabei in allen Fällen um festgebundenes Fasermaterial (z.B. „Eternit“) in selten genutzten Räumen. Solche Materialien können bei anstehenden altersbedingten Renovationen problemlos fachgerecht entfernt werden.

Beurteilung
Kostengünstige, schnelle Analyse und Beratung für betroffene Privatpersonen und behördliche Institutionen sind weiterhin sinnvoll und wichtig wie die nachfolgende Grafik zeigt. Die Spitzenwerte stammen von grösseren Untersuchungskampagnen. Es ist eine tendenziell zunehmende Nachfrage zu verzeichnen. Der Prozentsatz der positiven Befunde bleibt jedoch relativ konstant.

Beurteilung bezüglich gesundheitlicher Relevanz
Der Richtwert von 1000 Asbestfasern/m3 Luft  wurde derart festgelegt, dass bei einer kontinuierlichen 24-stündigen Belastung über das ganze Leben keine gesundheitlichen Schäden auftreten sollten. Die in Privatwohnungen und in den Tagesheimen entdeckten Asbestmaterialien haben alle eine kleine Oberfläche und von Luftmessungen unter ähnlichen Bedingungen wissen wir, dass auch bei schlechtem Materialzustand keine Überschreitungen des Richtwerts zu befürchten sind. Eine Gefährdung der Bewohner kann somit in allen untersuchten Räumlichkeiten ausgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass die Luft von europäischen Städten vor 10 bis 20 Jahren üblicherweise eine Konzentration von etwa 1000 Asbestfasern/m3 Luft aufwies. Die vorhandenen Asbestvorkommen stellen heute in erster Linie eine Gefahr für Berufsleute dar, die im Bausektor tätig sind und aus Gleichgültigkeit oder in Unkenntnis wiederholt mit solchen Produkten in Kontakt kommen können.

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